Auf geht’s – Nächster Lauf für Stuttgart am Do, 07.10.2010

Schönes Wetter, 21 Grad – diesen Donnerstag gilt es: Wir rufen zur bislang größten Demonstration PRO Stuttgart 21. Dazu bitten wir Euch: Bringt Eure Freunde, Familie und Kollegen mit. Wir müssen demonstrieren, dass sich immer mehr Befürworter für das Jahrhundertprojekt auf die Straße begeben.

„Zeit zu reden“ mit Claus Schmiedel, Susanne Offenbach und Wolfgang Reinhart

In dieser Woche stehen drei Hauptredner auf der Rathaustreppe: Claus Schmiedel, Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag Baden-Württemberg, Susanne Offenbach, Journalistin und Professor Dr. Wolfgang Reinhart, Minister für Bundes-, Europa- und internationale Angelegenheiten sowie Bevollmächtigter des Landes Baden-Württemberg beim Bund.

Ergänzt wird das Rednerprogramm durch Christian List von „Laufen für Stuttgart“ und Sven Willing von der IG „Bürger für Stuttgart 21“. Durch den Ablauf führt Johannes Bräuchle von der Initiative „ProSIT Stuttgart 21“. Als symbolischer Akt überreichen Heilbronner Bürger 50 Baum-Setzlinge an die Stadt Stuttgart.

Am Treffpunkt der „Fußgänger“ am Schauspielhaus werden wie schon in der Vorwoche fachliche Redebeiträge die Zeit bis zum Eintreffen der Läufer verkürzen.

Treffpunkt und Ablauf

Wie in der vergangenen Woche gibt es an diesem Donnerstag zwei Startpunkte für die Teilnehmer:

Jogger, Inlineskater und Fahrradfahrer treffen sich ab 18.30 Uhr an den Mineralbädern vor dem Mineralbad Leuze in Bad Cannstatt und starten um 19.00 Uhr ihren Weg durch die unteren und mittleren Anlagen bis zum Staatstheater im Park hinter dem Hotel Schlossgarten.

Am Staatstheater treffen sich ab 19.00 Uhr alle Befürworter von Stuttgart 21, die als Fußgänger teilnehmen möchten und warten dort auf die Jogger, Inliner und Fahrradfahrer. Gemeinsam ziehen dann alle Teilnehmer gegen 19.30 Uhr auf den Stuttgarter Marktplatz vor das Rathaus. Dort findet gegen 19.45 Uhr eine Kundgebung unter dem Motto „Zeit zu reden“ statt. Im Anschluss laufen die Jogger, Inliner und Fahrradfahrer gemeinsam zum Ausgangspunkt bei den Mineralbädern zurück.

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Ein paar Glückwünsche

Heute ist der Tag der Glückwünsche, denn zwei Tage nach Tag X im Schlossgarten muss man die einfach mal loswerden.

Mein erster Glückwunsch geht an die Organisatoren des Widerstands gegen Stuttgart 21. Ihr seid endlich dort angekommen wo ihr hin wolltet, habt Eure Bilder bekommen und die monatelange Aufwiegelei hat sogar dazu geführt, dass Schüler zwischen die „Fronten“ geraten sind. Wenn man einfach lange genug behauptet, dass Recht Unrecht sei, glauben es dann die Leute eben. Ich bin entsetzt über Euer Verständnis von Demokratie. Und nach der gestrigen Kundgebung im Park bin ich noch entsetzter: Ich kann zwar Eure Wut verstehen, aber statt zu beschwichtigen, gießt Ihr weiter Öl ins Feuer. Nun hat sich die Diskussion endgültig von der Sache getrennt und ist zur ideologischen Schlammschlacht im Park geworden.

Nicht weniger herzlich ist mein Glückwunsch an diejenigen, die den Polizeieinsatz am Donnerstag zu verantworten haben. Das Recht durchzusetzen ist das Eine und mit meiner Auffassung von Demokratie halte ich das auch für richtig, aber spätestens dann, wenn ich erfahre, dass eine Schüler-Demonstration parallel zu den geplanten Aktionen im Park stattfindet, muss ich mein Vorhaben überdenken, unabhängig von der Strategie und Logistik. Ich dachte Sie haben über die Monate hinweg gelernt, dass wir im Zeitalter der Medien angelangt sind und dass ein Parkschützer-Alarm bei medienaffinen Schülern natürlich dazu führt, dass diese in den Park strömen. So was muss bekannt sein und schon aus menschlicher Sicht berücksichtigt werden. Ich bedanke mich also sehr herzlich dafür, dass ich als Befürworter von Stuttgart 21 nun zum Synonym für den Einsatz von Wasserwerfern, Gewaltanwendung und Pfeffergas gegen Jugendliche geworden bin.

Wenn wir gerade beim Thema sind, habe ich auch noch einen Glückwunsch an Herrn Innenminister Heribert Rech. Bei Ihrem Auftritt im Brennpunkt am Freitag sagen Sie doch tatsächlich, dass die Wahl der Mittel bei einem Polizeieinsatz beim Einsatzleiter liege. Das mag formal richtig sein, aber aus moralischer Sicht kann man erwarten, dass Sie diese Verantwortung zumindest teilweise übernehmen. Denn Verantwortung zu übernehmen hat nicht unmittelbar etwas mit Rücktritt zu tun, sondern mit Rückgrat – und das kann man zeigen. Ich muss einmal ausfällig werden, und Ihnen auf schwäbisch sagen: Herr Minister, Sie sind ein Entenklemmer.

Ein weiterer Glückwunsch geht an die Kommunikationsberater der Verantwortlichen, die allesamt auf Ihre Honorare verzichten sollten, denn das ist tatsächlich eine Verschwendung von Steuergeldern. Ich dachte Sie hätten verstanden, wie sensibel die ganze Angelegenheit ist. Scheinbar nicht, denn nun wurde aus einem kommunikativen Fiasko eine Katastrophe und ihre Auftraggeber winken weiterhin nur aus dem Fernsehen der Bevölkerung zu. Viel Glück bei der Rettung.

Und dann habe ich noch einen Glückwunsch für Cem Özdemir, der auch in so einer Situation den Wahlkampf nicht vergisst und sich zu einem Satz wie „Herr Mappus wollte Blut sehen“ hinreißen lässt. Sie haben sich als glaubwürdiger Politiker ein zweites Mal selbst disqualifiziert. Entschuldigung hin oder her.

Ein letzter Glückwunsch geht an die Eltern, die Ihre Kindern zur Demo in den Park mitgenommen haben. Ich habe ein Foto von einem kleinen Mädchen gesehen, das in eine große Regenjacke eingepackt mit einer Wasser-Pumpgun auf die Polizisten schießt. Da falle ich als Vater vom Glauben ab – wie verantwortungslos und realitätsfremd, nein wie dumm, kann man denn sein.

Es scheint als habe die Stadt den Verstand verloren. Wir müssen dringend zum Dialog zurückfinden und dazu ist es erforderlich, dass beide Seiten endlich aufeinander zugehen.

Ich für meinen Teil werde heute das einzig Richtige tun: Ich werde diese Stadt verlassen und bei bayrischem Bier ein Wochenende lang ein desillusionierter Kopfschüttler sein, um dann in der kommenden Woche wieder durch die Stadt zu joggen. Weil ich nach wie vor davon überzeugt bin, dass Stuttgart 21 und unsere Demokratie Sinn machen. In diesem Sinne Prosit!

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Keine Sieger

Gestern war ein dunkler Tag in der Stadtgeschichte. Was sich im Schlossgarten abgespielt hat, gab es in unserer Stadt noch nie. Gestern gab es keine Sieger, nur Verlierer.

Ich möchte jetzt im Detail nicht auf die Angemessenheit von der Anwendung von Pefferspray auf friedliche Sitzblockierer oder die Frage, warum Eltern Ihre Kinder zu so einer Sache mitnehmen, eingehen. Was dort passierte war schlimm, ungewöhnlich und hoffentlich einmalig.

Ich habe heute Nacht und heute Morgen mit einem Geschäftspartner, dessen Eltern in vorderster Front demonstriert haben, eine Diskussion geführt und dabei haben sich zwei Positionen ergeben:

A. Die Rechtsstaat muss die parlamentarisch gefällten Entscheidungen einer gewählten Mehrheit durchsetzen, sonst ist unser System beschädigt und aus jeder Richtung angreifbar. Das Demonstrationsrecht endet wenn die Demonstranten diese Ordnung angreifen. Die Polizei ist gezwungen diese Ordnung zu schützen.

B. Die Demonstranten haben gar keine andere Chance Ihren Standpunkt zu vertreten, wenn Sie doch davon überzeugt sind, dass das was als vermeintliches Recht durchgesetzt wird, falsch ist. Die Regierung/Politik hätte mit den Bürgern reden und innehalten müssen. Die Polizei wurde instrumentalisiert und die Demokratie mißbraucht.

Ich habe mich für A entschieden, ich habe aber auch großes Verständnis für diejenigen, deren Meinung sich in B widerspiegelt.

Jetzt ist die große Frage: Wie kommt man da wieder zusammen?

Wir müssen reden und vielleicht auch die ein oder andere hitzige Diskussion führen, wir müssen die Sache verarbeiten. Was dabei aber nicht verloren gehen darf, ist der gegenseitige Respekt, denn wir sind alle Bürger dieser Stadt. Hört sich getragen an, ist aber schlicht und einfach so. Daher bitte ich beide Seiten den Dialog zu suchen, miteinander zu sprechen und auf Aggressionen und Polemik zu verzichten, auch wenn es momentan schwer fällt. Dieser Blog ist nur eine Möglichkeit dazu.

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Gute Nacht

Es war kein guter Tag für Stuttgart – so oder so. Eine friedliche Nacht wünschen wir.

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Infos zum nächsten Lauf am 30.09.2010

100, 1000, 2500, X?! Immer mehr Befürworter von Stuttgart 21 zeigen öffentlich Ihre Zustimmung für Stuttgart 21. Am kommenden Donnerstag, 30.09.2010 findet die mittlerweile vierte Auflage von „Laufen für Stuttgart“ statt. Wie bei jeder Versammlung steht die friedliche, positive und sachliche Meinungsäußerung zu Stuttgart 21 im Vordergrund.

„Zeit zu reden“ mit Prof. Dr. Ulrich Goll

Nach den Beiträgen von Vertretern der SPD und CDU am vergangenen Donnerstag steht diesmal mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Justizminister des Landes Baden-Württemberg, Professor Dr. Ulrich Goll, ein Vertreter der FDP als Redner der Kundgebung fest. Ergänzt wird das Rednerprogramm durch Steffen Kauderer von „Laufen für Stuttgart“ und Sven Willing von der IG „Bürger für Stuttgart 21“. Durch den Ablauf führt Johannes Bräuchle von der Initiative „ProSIT Stuttgart 21“.

Am Treffpunkt der „Fußgänger“ am Schauspielhaus werden wie schon in der Vorwoche fachliche Redebeiträge die Zeit bis zum Eintreffen der Läufer verkürzen. Zur Verfügung steht unter anderen Florian Bitzer von der SSB AG.

Wir sind Stuttgart 21

Seit vergangenem Donnerstag steht die Webseite http://www.wirsindstuttgart21.de als zentrales Portal für Befürworter von Stuttgart 21 zur Verfügung. Hier können diese beispielsweise eine Petition PRO Stuttgart 21 zeichnen und ein „Werbepaket“ bestellen.

Treffpunkt und Ablauf

Wie in der vergangenen Woche gibt es an diesem Donnerstag zwei Startpunkte für die Teilnehmer:

Jogger, Inlineskater und Fahrradfahrer treffen sich ab 18.30 Uhr an den Mineralbädern vor dem Mineralbad Leuze in Bad Cannstatt und starten um 19.00 Uhr ihren Weg durch die unteren und mittleren Anlagen bis zum Staatstheater im Park hinter dem Hotel Schlossgarten.

Am Staatstheater treffen sich ab 19.00 Uhr alle Befürworter von Stuttgart 21, die als Fußgänger teilnehmen möchten und warten dort auf die Jogger, Inliner und Fahrradfahrer. Gemeinsam ziehen dann alle Teilnehmer gegen 19.30 Uhr auf den Stuttgarter Marktplatz vor das Rathaus. Dort findet gegen 19.45 Uhr eine kurze Kundgebung unter dem Motto „Zeit zu reden“ statt. Im Anschluss laufen die Jogger, Inliner und Fahrradfahrer gemeinsam zum Ausgangspunkt bei den Mineralbädern zurück.

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Eine Bitte und Hausaufgaben für den nächsten Lauf am Donnerstag, 30.09.2010

Nächster Lauf
Letzten Donnerstag hatten wir für alle Teilnehmer von „Laufen für Stuttgart“ eine Bitte und eine Hausaufgabe. Die Bitte: kommt alle wieder. Die Hausaufgabe: Bringt am Donnerstag, 30.09.2010 mindestens eine Person mit. Damit wir mehr werden und endlich auch die Aufmerksamkeit bekommen, die unser Engagement verdient.

Wir sind Stuttgart 21
Letzte Woche haben wir mit zwei weiteren Initiativen das Bündnis der Befürworter „Wir sind Stuttgart 21“ gegründet. Auf der Webseite www.wirsindstuttgart21.de gibt es beispielsweise eine Petition für S21, ein Forum und die Möglichkeit ein Werbepaket mit Buttons und Aufklebern für Befürworter zu bestellen.

Spenden
Um weiter zu wachsen und die dazu benötigten Werbemittel zu finanzieren benötigen wir dringend Eure finanzielle Unterstützung durch freiwillige Spenden. Unter dem Menüpunkt „Spenden“ findet Ihr alle notwendigen Angaben. Wir sagen schon mal herzlichen Dank an alle Spender!

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Das Für oder Wider ist dann doch relativ – Nächster Lauf am 30.09.2010

Eine kleine Geschichte zum Wochenende: Eben kommen wir von einem schönen Abendessen aus unserem schwäbischen Lieblingsrestaurant zurück. Wir saßen am großen Wirtshaustisch zusammen mit drei Jungs aus dem Münsterland (darunter ein Architekt) und einem Oberstleutnant der Bundeswehr und haben uns über die Welt und S21 unterhalten. Hoch interessant, differenziert, anders als gedacht, sehr angenehm. Dann wurde ich von der Regierung, meiner Liebsten die neben mir saß, nach Hause beordert – unser jugendlicher Babysitter war durch die guten Gespräche über die zeitliche Vereinbarung hinaus beansprucht. Zu Hause angekommen, schwang sich der geschätzte und liebevolle Hüter unserer Kinder seine Tasche über die Schulter und darauf strahlte ein großer „Bäpper“ mit Stuttgart 21 und dem roten Strich. Ich habe ihn dann nach Hause begleitet, der Wohnstätte unserer Familie bis vor drei Monaten, und auf dem Briefkasten prangte ein für mich neuer Aufkleber „Keine Werbung FÜR Stuttgart 21. Kein DIALOG 21!“.

Und nun:

Wir waren direkte Nachbarn, die Kinder passen wie immer liebevoll auf unsere Kinder und nix passiert, trotz der unterschiedlichen Ansichten und wir haben nach wie vor das volle Vertrauen – es gibt keinen Grund daran zu zweifeln.

Das „Erschreckende“ an dieser Geschichte ist, dass der ganze Disput über Stuttgart 21 dazu führt, dass ich mir über diese Situation überhaupt Gedanken mache. Das Schöne und Beruhigende daran ist, dass es für das „normale“ Leben, wie bewiesen, am Ende keine Rolle spielt.

Eine Momentaufnahme, die wir uns in der gesamten Diskussion vor Augen halten sollten: S21 ist für viele Menschen wichtig (ob so oder so), aber so wichtig ist S21 glücklicherweise dann doch nicht.

In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende. Bis zum nächsten Lauf am 30. September.

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